TGSC Projektzusammenfassung

Zweitsprachenkurse (L2) legen im Allgemeinen einen starken Schwerpunkt auf Grammatik, aber der größte Teil der Grammatikvermittlung beschränkt sich auf die Erklärung der Grammatikregeln und die Praxis diese Regeln in einfachen oft mechanischen Übungen anzuwenden (Jean & Simard, 2011; Tomlinson & Masuhara, 2013; Wong & VanPatten, 2003). Diese Form des Unterrichts ermöglicht es den Lernenden Kenntnisse über Grammatikregeln zu entwickeln, die zur Durführung einfacher Übungen und schriftlicher Tests eingesetzt werden können (DeKeyer, 1998). Die Kenntnisse, die sich aus solchen Unterrichtsverfahren ergeben, reichen jedoch im Allgemeinen nicht aus, um auserhalb des Klassenzimmers fließend und spontan zu kommunizieren. Dies aber ist das grundliegende Ziel des Unterrichts und das eigentliche Ziel der Mehrzahl der Lernenden (e.g., DeKeyser, 2007; R. Ellis, 2001). Obwohl die Lernenden möglicherweise ein gründliches Verständnis der Grammatikregeln erlangen, bleibt ihre Fähigkeit in einer fließenden Echtzeitkommunikation dies zu verwenden, häufig sehr eingeschränkt. Diese Fähigkeit wird in diesem Dokument als “grammatikalisches Wissen für die spontane Kommunikation” bezeichnet und als grammatikalisches Wissen definiert, auf das man schnell und kognitiv zugegriffen werden kann, um auf flüssige Weise an der Echtzeitkommunikation sich zu beteiligen.

Die Forscher erkennen die Bedeutung der Entwicklung von grammatikalischem Wissen für die spontane Kommunikation (R. Ellis, 2014; Hulstijn, 2007; Loewen & Sato, 2018) und geben pädagogische Anleitung (Batstone & Ellis, 2009; DeKeyser, 1998, 2017; Lyster & Sato, 2013) ; Nassaji, 2017). Diese Forscher sind sich weitgehend einig, dass L2-Lehrer die Entwicklung von grammatikalischem Wissen für die spontane Kommunikation durch Übungsaktivitäten erleichtern können, bei denen die Lernenden während einer sinnvollen, kommunikativen Interaktion zielgerichtete grammatikalische Strukturen verwenden (z. B. DeKeyser, 2017; R. Ellis, 2014; Lightbown) , 2008), sogenannte gezielte kommunikative Praxisaktivitäten. Das Ziel dieses Projekts ist, Lehrer einer zweiten Sprache mit gezielten Aktivitäten der Kommunikationspraxis vertraut zu machen.


 

Zielgruppen

1. Studienleiter an Sprachschulen (direkt)

2. L2-Lehrer (direkt)

3. Erwachsene L2-Lernenden ab CEFR (Common European Framework of Reference for languages) A2 und höher (indirekt)

OUTPUTS

HandbuCH

Ein Handbuch mit lehrerfreundlichem Überblick über die Forschung zur Entwicklung von grammatikalischem Wissen für die spontane Kommunikation und einer Sammlung von Beispielaktivitäten und -verfahren, die im Klassenzimmer zur Entwicklung dieser Art von Wissen verwendet werden können (veröffentlicht und abgerufen online).

Curriculum

Ein Lehrplan und Begleitmaterialien für ein kurzes CPD-Programm, das es Sprachschulen ermöglichen soll, ihre Lehrer in der Entwicklung von grammatikalischem Wissen für die spontane Kommunikation zu vermitteln (online verfügbar und veröffentlicht).

Teilnehmer

Acht Anbieter von L2-Unterricht für L2-Lernende (z. B. Sprachschulen oder Universitäten) werden an dem Projekt teilnehmen. Direkte Teilnehmer sind die Studienleiter (n = 8) und L2-Lehrer (n =36) in diesen Organisationen, sowie deren Lernende.

AKTIVITÄTEN

1. Erforschung der Mittel und Möglichkeiten, wie der Unterricht die Entwicklung von grammatikalischem Wissen für die spontane Kommunikation fördern kann.

2. Entwicklung von Output 1

3. Entwicklung von Output 2

4. Pilotierung

5. Bewertung

6. Verbesserung 

7. Verbreitung (Dissemination)

ERWARTETE AUSWIRKUNG

1. Erweitertes Verständnis dafür, welche grammatikalischen Kenntnisse für die spontane Kommunikation bei L2-Lehrern vorhanden sind.

2. Erweiterte theoretische und praktische Kenntnisse darüber, wie man grammatikalisches Wissen für die spontane Kommunikation im Klassenzimmer gefördert werden kann.

3. Verbesserter Zugang zu relevanten Unterrichtsmaterialien.

4. Bessere Kommunikationsfähigkeiten für L2-Lernende.